Veranstaltungen

Wir laden alle recht herzlich zu unseren Veranstaltungen ein!!

Wir halten alle unsere Mitgliedern mit regelmäßigen E-Mails mit vielen Tipps, Tricks rund um den Garten und den Terminen im Verein auf dem Laufenden. Solltet ihr diese nicht bekommen oder eure E-Mail noch nicht angegeben haben, sendet uns eine Info an Vorstand@gartenbauverein-neuensee.de.

Ausschusssitzung

die nächste Ausschusssitzung
findet am 07.10.2026 um 19.30 Uhr
im Vereinszimmer statt

Bericht zur letzten Veranstaltung

Es ist ein Kraut gewachsen

„Es ist ein Kraut gewachsen – Pflanzen im Volksglauben“ war der Titel des Vortrages, zu dem der Verein für Gartenbau und Landespflege Neuensee. e. V. mit den beiden Vorsitzenden Cornelia Hofmann und Sonja Warmuth, Dr. Adrian Roßner begrüßen konnte. In seinem Vortrag entführte Roßner die Zuhörer in eine Zeit, in der die Menschen noch an bestimmte Bräuche und übernatürliche Kräfte glaubten. Und in dieser Zeit spielten auch die Pflanzen eine große Rolle, in dem sie schützen, Krankheiten abwehren, Glück bringen oder sogar gegen übernatürliche Wesen helfen sollen. Aber woher kam dieser Volksglaube eigentlich? Nach Roßners Erklärung entstand der Volksglaube hauptsächlich aus der Angst der Menschen vor dem Ungekannten und auf der anderen Seite aus dem menschlichen Streben nach Wissen und Erkenntnis und dem Bedürfnis, auch eine Erklärung für unerklärliche Dinge zu haben. Und aus diesen Erklärungen entstanden Vorstellungen, Geschichten und Bräuche, die an die nächsten Generationen weitergegeben worden sind.

Dieses Verhalten war in den ländlichen Regionen viel mehr verbreitet als in den Städten. So hat z. B. Nürnberg etwa vier Sagenmotive, die sich in den verschiedensten Formen wiederholen, in ländlichen Gebieten gibt es teilweise mehr als 120 verschiedene Sagenmotive. Dies resultiert vor allem aus der Tatsache, dass es in der Stadt eine relative „Sicherheit“ z. B. durch Nachtwächter und Türmer gab. Auf dem Land hingegen standen die Menschen den unheimlichen Situationen alleine gegenüber und so suchten sie sich für unerklärliche Situationen eine simple Antwort, an die sie glauben konnten. So wurde das unheimliche Geräusch nachts schnell zur Wilden Jagd, die um das Haus streifte.

Früher lebten die Menschen noch viel mehr im Gleichschritt mit der Natur. Sie sahen sie als Abbild der eigenen Existenz an: die Natur wächst, wird älter und schwächer und stirbt schließlich.

Die Menschen schrieben den Pflanzen damals nicht nur heilende Wirkung zu, sondern sahen sie auch als Schutz vor übernatürlichen Gefahren an. So war z. B. die Linde der Baum der Liebe, die Haselnuss stand für rege Fruchtbarkeit und legte man sich Schafgarbe auf die Augen, konnte man von seinem zukünftigen Ehemann träumen.

Eine besondere Rolle in der Pflanzenwelt spielte aber vor allem die Arnika. Sie galt als eine mächtige Zauberpflanze. Vor allem, wenn sie an St. Johannis gepflückt worden war, wurde sie zur Wunderblume. Sie war in den Vorstellungen der Menschen ein großer Schutzzauber gegen den „Bilmesschneider“, ein in Oberfranken gefürchteter Dämon mit Sicheln an den Beinen, der die Ernte beschädigte. Auch gegen ihn sollte Arnika um die Felder gestreut helfen, damit die Ernte gut gelingt. Denn die Ernte war für die Menschen überlebenswichtig.

Und natürlich half Arnika auch gegen die Drud, ein Wesen, was nachts zu einem schlafenden Menschen kommt und sich auf seine Brust setzt, so dass er das Gefühl bekommt keine Luft zu bekommen und sich nicht mehr bewegen zu können. Auch hier sollte es helfen Arnika, um das Bett zu streuen, damit die Drud ferngehalten werden konnte.

Auch das Brauchtum spielte damals eine große Rolle. So haben sich die Bräuche z. B. der Raunächte noch bis in unsere Zeit erhalten, mit denen die Menschen versucht haben, die Zukunft zu deuten und eine gewisse Unsicherheit zu überwinden.

Mit zahlreichen Beispielen und Gschichtla und einer großen Portion Humor brachte Dr. Adrian Roßner den begeisterten Zuhörern im fast voll besetzten Kultursaal in Neuensee den Volksglauben und seine Entstehung und Hintergründe näher. So konnten alle Teilnehmer einen anderen Blick auf die Geschichten und Bräuche der Menschen früherer Zeiten gewinnen und einen Einblick in die Gedanken- und Lebenswelt früherer Generationen erhalten.

Busausflug nach Waldsassen

Wie im heimischen Landkreis fühlten sich 50 Gartenfreunde aus Neuensee dank der vielen Umleitungen auch in und um Waldsassen. Doch mit Busfahrer Benny und den Vorständinnen Cornelia Hofmann und Sonja Warmuth kamen alle rechtzeitig an und konnten das geplante Programm genießen. Erster Stopp war die Kapplkirche oben auf dem Glasberg vor den Toren der Stadt Waldsassen. Nach einem reichhaltigen Frühstück gab es eine sehr interessante Führung durch die wunderschöne Dreifaltigkeitskirche Kappl. Erbaut von Georg Dientzenhofer ist sie ein Wahrzeichen des Oberpfälzer Waldes und beeindruckt durch ihre drei Rundtürme, die Deckengemälde und den besonderen runden Grundriss. Weiter ging es zur Lebkuchenfabrik Rosner: ein familiärer Backbetrieb, den es bereits seit 1757 gibt. Über die traditionelle Handwerkskunst durften wir viel erfahren und auch sehen. Aber nicht nur das, natürlich gab es zu einem frischen Kaffee leckere Lebkuchen, Zimsterne, Nougattaler usw. Nach den vielen Kalorien war nun Zeit für einen Spaziergang in der Stadt. Dort konnte man sich die prächtige Basilika, das Rathaus oder den Kräutergarten anschauen. Letzter Halt mit Führung und Vekostung war die Staußenfarm Mitterhof. Der landwirtschaftliche Hof gehörte ehemals zum Kloster und ist nun im Besitz der Familie Frank.
Die neuen Besitzer betreiben eine Nutztierarche mit Straußen, Urschweinen, Schafen und noch mehr Tieren. Ein Hofladen mit Café runden das ganze ab. Selbstverständlich wurden Leberwurst und Schinkenspeck vom Urschwein, sowie auch Leberkäse vom Strauß probiert, bevor es wieder auf die Heimreise ging. Abgerundet wurde dieser erlebnisreiche Tag mit einem wunderschönen Sonnenuntergang kurz vor Neuensee – gut geplant eben!